Geschichte

Im Jahre 1892 wurde der "Turnverein Oberbrombach" von einigen Männern aus Oberbrombach und Umgebung gegründet. Der damalige 1. Vorsitzende war Carl Nees.

Fußball wurde in dieser Zeit noch nicht gespielt, es wurde geturnt. In den ersten Jahren des Vereinsbestehens wurde von den Mitgliedsbeiträgen und den Erlösen aus Turnfesten die ersten Übungsgeräte angeschafft. Der monatliche Mitgliedsbeitrag betrug zur Gründungszeit 50 Pfennige, später (ab 1895) nur noch 20 Pfennige.

1896 fand ein erstes Preisturnen statt, zu dem sich viele Turnerfreunde aus der Umgebung einfanden. Durch den 1. Weltkrieg kam das gesamte Vereinsgeschehen von 1915 bis 1920 zum völligen Stillstand. Erst danach wurde der Turnbetrieb wieder aufgenommen.

1920 ist überhaupt ein wichtiges Datum in der Geschichte des TuS Oberbrombach. Die Gründung des "Fußballclub Oberbrombach" fand statt. Den damaligen Vorstand bildeten Ewald Graf, Otto Dietrich und Paul Reichert.

Ab diesem Datum existierten in Oberbrombach zwei sporttreibende Vereine nebeneinander im Dorf. Von einem Miteinander konnte noch keine Rede sein. Jeder Verein kochte sein eigenes Süppchen.

Die 1. Mannschaft des FC Oberbrombach Mitte der 20er Jahre


Diesem Umstand verdanken wir es auch heute, dass der TuS über zwei Sportplätze verfügt; der Sportplatz "Kühlenberg" oder auch "Handballplatz" genannt, wurde auf Betreiben des Turnvereins (in dem auch Handball gespielt wurde) errichtet, der Sportplatz "Atzenklepp" auf Initiative des Fußballclubs.

Die ersten Verbandsspiele konnten ab 1922 stattfinden, nachdem der FC dem Südwestdeutschen Fußballverband beigetreten war. 1931 spielte man schon in der A-Klasse.

Erst 1935 fusionierten die beiden Vereine unter politischem Druck zu einem Verein, nämlich dem "Turn- und Sportverein Oberbrombach".

In der Zeit von 1939 bis 1945 fand durch die Wirren des 2. Weltkrieges kein Vereinssport in Oberbrombach statt. Ab 1947 genehmigte die französische Militärregierung wieder den Spielbetrieb.

Leichtathleten beim Wettkampfausflug


Der Vereinsname wurde in "Sportverein Oberbrombach-Niederbrombach" geändert. Den 1. Vorsitz übernahm damals Adolf Hauth. Die Mitgliedsbeiträge wurden 1948, nach der Währungsreform, auf 30 Pfennige festgesetzt.

In der Zeit wirtschaftlicher Not kam eine Spende des ehemaligen Vereinsmitgliedes Walter Brächer aus Brasilien gerade recht; er kleidete die Fußballmannschaft 1948 komplett ein.

Das traditionelle Sportwerbefest fand bereits 1948 auf dem "Atzenklepp" statt. Zwischenzeitlich wurde eine Leichtathletikgruppe und eine Turnabteilung ins Leben gerufen. Den damaligen Höhepunkt allerdings erzielten die Fußballer; zusammen mit Niederbrombach gelang der Aufstieg in die Bezirksliga.

1950 wurde der Vereinsname wieder in "Turn- und Sportverein Oberbrombach" geändert, nachdem in Niederbrombach und Rötsweiler eigene Fußballmannschaften ins Leben gerufen wurden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass 1951 wieder der Abstieg in die Kreisklasse erfolgte.

1954 wurde innerhalb der Turnabteilung eine Damenriege gegründet. Die Turnabteilung selbst nahm in den folgenden Jahren einen regen Aufschwung mit. Häufig wurden öffentliche Turnabende veranstaltet und Vergleichskämpfe gegen Idar und Tiefenstein gewonnen.

Ab 1955 wurde eine Jugendfußballmannschaft innerhalb des Vereins geführt, die nachhaltig zur Stärkung der 1. Mannschaft in den weiteren Jahren diente. Dies führte dazu, dass die Fußballer, nach zwischenzeitlichem Abstieg, 1958 den Aufstieg in die A-Klasse Nahe West schafften.

1962 wurde der Sportplatz Atzenklepp ausgebaut. Dies konnte jedoch nur Dank finanzieller Unterstützung des Südwestdeutschen Fußballverbandes und der tatkräftigen Hilfe der Pioniere der US-Streitkräfte verwirklicht werden. Der TuS besitzt somit einen herrlich gelegenen Fußballplatz mit hohem Freizeitwert.

1967 bestand der TuS 75 Jahre. Die Feierlichkeiten anlässlich dieses Jubiläums fanden überwiegend auf dem Sportplatz Kühlenberg statt. 1970 wurde dort eine Flutlichtanlage aus vier Holzmasten installiert, die 2001, nachdem ein verfaulter Mast dem Sturmtief "Lothar" aus dem Jahr 2000 trotzte, durch zwei Alumaste ersetzt wurden. Damit war dieser Platz zu einem idealen Trainingsplatz für die Fußballer geworden.


Die Turnerriege des TuS Oberbrombach unter Leitung von Erwin Frühauf im Jahr 1961


Für die Leichtathleten jedoch gilt der Kühlenberg als hervorragender Wettkampfplatz. Weil der Platz relativ hoch liegt, werden regelmäßig gute Leistungen bei den Werfertagen erreicht. Dieser Umstand hat den Kühlenberg auch überregional bekannt gemacht. Ab 1970 nahm deshalb auch die Leichtathletikabteilung unter Dieter Schellenberg und später unter Harald Bierbrauer einen großen Aufschwung.

Die besten Sportler, die der TuS überhaupt hervorgebracht hat, stammen alle aus der Leichtathletik. Es sind dies Michael Grün, die Geschwister Anja und Evi Völker und Manuel Hartenberger.

1975 wurde beschlossen, den Verein im Vereinsregister eintragen zu lassen. Der Vereinsname wurde wieder geändert; und zwar in "Turn- und Sportverein Oberbrombach e. V.", so wie er auch heute noch heißt.

1976 hatte der Verein 210 Mitglieder, davon 35 Ehrenmitglieder. Bei den Fußballern ging es in der Zwischenzeit sportlich auf und ab. Nach dem Abstieg in die B-Klasse erfolgte 1974 der Aufstieg in die A-Klasse. Nach einigen Jahren kam dann wieder der Abstieg in die B-Klasse. Nachdem nun gute Fußballer nicht nur in Oberbrombach Mangelware wurden, einigte man sich 1982 zusammen mit Niederbrombach auf die Gründung der "SG Brombach", die in der B-Klasse startete. Sportlich brachte dies jedoch keinen Erfolg ein. Nach einem Jahr kam es zum Abstieg in die C-Klasse. Schließlich trennten sich beide Vereine und spielten beide in der untersten Kreisklasse.


Die gute "Alte Bude" hat so manchen Sturm erlebt. Am 22. April 1982 wurde sie abgerissen. Im Hintergrund das neue Sportheim.


1982 wurde der TuS nicht nur 90 Jahre alt, sondern das Sportheim wurde eingeweiht. Die alte Bude, die nicht mehr in die neue Zeit passte, musste einem neuen und modernen Gebäude weichen. Der TuS besaß somit das wohl schönste Sportheim in der gesamten C-Klasse. 1983 wurde eine Schutzhütte in unmittelbarer Nähe errichtet. Beides wurde mit beträchtlicher Eigenleistung der Mitglieder erbaut.

1989 kaufte der Verein neben den beiden Sportplätzen Wiesengelände, um dadurch von eventuellen Parkplatz- und Expansionsproblemen unabhängig zu sein. Sportlich durchlief der TuS ab 1989 einen wahren Boom. Die Fußballer schafften den von niemand geglaubten Durchmarsch von der C-Klasse in die A-Klasse.

1992 feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen mit einem fantastischen Sportfest und tollem Programm.

1996 stiegen die Fußballer aus der A-Klasse ab. Seitdem spielt man jährlich um Meisterschaft und Aufstieg in der zwischenzeitlich umbenannten Kreisliga Nahe West II mit. 2000 verpasste man in den Relegationsspielen gegen Fischbach den Aufstieg in die Bezirksklasse. 2001 wurde das Kreispokalfinale erreicht, dass man nach einem rasanten und sehr guten Spiel beider Mannschaften allerdings mit 2:1 gegen die SG Oberreidenbach/Sien verlor.

2002 gewann die Reservemannschaft zum dritten mal in Folge die Meisterschaft in der Kreisliga Nahe West II. Die erste Mannschaft konnte nach dem verpatzten Entscheidungsspiel um die Meisterschaft gegen den Punktgleichen SV Heimbach die Aufstiegsspielen gegen den SC Idar 1b für sich entscheiden und spielt ab der Saison 2002/2003 wieder in der Bezirksklasse. Dort erreichte man im ersten Jahr einen nie erwarteten 5. Tabellenplatz. Einen Aufschwung erlebte die Turnabteilung. Durch die Kooperation mit dem Bildungswerk Sport baute der Verein unter der Leitung von Corina Schellenberg verschiedene Kurse auf (Pilates, Nordic Walking, Wirbelsäulengymnastik, Zumba, u.a.), die auch Nichtmitglieder zum TuS lockten.

Nach 10 Jahren folgte 2012 der Abstieg in die Kreisliga. Den direkten Wiederaufstieg verpassten die Fußballer im darauffolgenden Jahr erst in den Aufstiegsspielen gegen den SV Oberhausen. 2015 gelang dann der imposante Wiederaufstieg. Mit nur einem Unentschieden war der TuS in der Saison 2014/2015 nicht zu schlagen und somit wieder zurück in der höchsten Spielklasse auf Kreisebene.